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OnlyFans Steuern: Das musst du beachten

Der teuerste Fehler auf OnlyFans passiert nicht auf der Plattform, sondern beim Finanzamt: Einnahmen sammeln, nichts zurücklegen, und im Jahr darauf eine Nachzahlung bekommen, die längst ausgegeben ist.

Als OnlyFans Creator in Deutschland bist du selbstständig und musst einige steuerliche Pflichten beachten. Hier steht, welche das sind, was wann anfällt und wie viel du zurücklegen solltest.

Dieser Artikel ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Steuerberatung. Für deinen konkreten Fall ist eine steuerliche Beratung erforderlich.

Gewerbe anmelden

Sobald du mit OnlyFans Geld verdienst, musst du ein Gewerbe anmelden. Das geht einfach beim Gewerbeamt deiner Stadt. Kosten: ca. 20-65€ je nach Kommune.

Das Gewerbeamt meldet die Anmeldung automatisch ans Finanzamt weiter. Von dort bekommst du den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, darin gibst du unter anderem an, ob du die Kleinunternehmerregelung nutzen willst und welchen Umsatz du erwartest. Nimm diese Schätzung ernst: Sie bestimmt, ob und in welchem Rhythmus du Vorauszahlungen leisten musst.

Melde von Anfang an an, nicht erst wenn es größer wird. Eine rückwirkende Anmeldung ist möglich, aber unangenehm, und die Einkünfte sind ab dem ersten Euro steuerpflichtig, unabhängig davon, ob ein Gewerbe läuft.

Einkommensteuer

Deine OnlyFans-Einnahmen sind einkommensteuerpflichtig. Der Steuersatz richtet sich nach deinem Gesamteinkommen. Wichtig: Du kannst Ausgaben (Equipment, Internet, etc.) als Betriebsausgaben absetzen.

Besteuert wird der Gewinn, nicht der Umsatz, also das, was nach Abzug der Betriebsausgaben übrig bleibt. Wenn du angestellt bist und OnlyFans nebenher läuft, addieren sich beide Einkünfte: Dein Nebenverdienst wird mit deinem persönlichen Steuersatz belastet, der dadurch steigen kann.

Typische Betriebsausgaben

  • Kamera, Licht, Handy und Zubehör (anteilig bei privater Mitnutzung)
  • Anteilige Internet- und Telefonkosten
  • Outfits und Requisiten, sofern ausschließlich beruflich genutzt
  • Software, Bearbeitungstools, Abos
  • Agenturprovision und Plattformgebühren
  • Steuerberatungskosten

Sammle Belege von Tag eins. Ohne Nachweis keine Absetzung, und im Nachhinein lässt sich fast nichts rekonstruieren.

Umsatzsteuer

Seit dem 1. Januar 2025 gelten für die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG zwei Grenzen: Dein Gesamtumsatz im Vorjahr darf 25.000 € nicht überschreiten und im laufenden Jahr musst du unter 100.000 € bleiben. Beide Bedingungen müssen gleichzeitig erfüllt sein. Die frühere einstufige Grenze von 22.000 € ist damit abgelöst.

Wichtig ist der sogenannte Fallbeileffekt: Wird die 100.000-€-Grenze im laufenden Jahr gerissen, endet die Steuerbefreiung sofort, bereits der Umsatz, mit dem du die Grenze überschreitest, unterliegt der Regelbesteuerung. Nicht erst im Folgejahr.

Oberhalb der Kleinunternehmergrenze fällt Umsatzsteuer an, in der Regel 19 %. Weil OnlyFans seinen Sitz im Ausland hat, ist die umsatzsteuerliche Behandlung deiner Einkünfte allerdings kein Standardfall, spätestens hier brauchst du jemanden, der sich damit auskennt.

Gewerbesteuer

Gewerbesteuer fällt für Einzelunternehmen erst oberhalb eines Freibetrags von 24.500 € Gewerbeertrag pro Jahr an. Darunter bleibt sie außen vor. Wie hoch sie ausfällt, hängt vom Hebesatz deiner Gemeinde ab, die Unterschiede zwischen zwei Nachbarorten sind teils erheblich.

Wie viel du zurücklegen solltest

Die Faustregel unter Selbstständigen lautet: 30 bis 40 % des Gewinns auf ein separates Konto, das du nicht anfasst. Lieber zu viel als zu wenig, zu viel bekommst du zurück.

Rechne zusätzlich mit einem Effekt, der viele im zweiten Jahr überrascht: Sobald das Finanzamt deinen ersten Bescheid erstellt, setzt es Vorauszahlungen für das laufende Jahr fest. Dann kommen Nachzahlung für das Vorjahr und Vorauszahlung für das aktuelle Jahr auf einmal. Wer dafür nichts zurückgelegt hat, gerät in genau die Situation, wegen der Creator ihre Accounts schließen.

Unser Service

Bei Averro ist die Steuerberatung inklusive. Unser Netzwerk aus spezialisierten Steuerberatern kümmert sich um alle steuerlichen Fragen – du musst dich um nichts kümmern.

Konkret vermitteln wir dir eine Steuerberatung, die Creator-Einkünfte kennt, inklusive der Besonderheiten bei ausländischen Plattformen und Auszahlungen in US-Dollar. Die steuerliche Verantwortung bleibt bei dir, aber du triffst deine Entscheidungen nicht mehr im Blindflug.

Steuerberatung inklusive – einer von vielen Vorteilen bei Averro.

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